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Baby wider Willen

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2025

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Aus der RP am 17.08.2026

  • vor 2 Tagen
  • 4 Min. Lesezeit

Willich / Tönisvorst


Quicklebendige Leiche im Bestattungshaus


„Chaos im Bestattungshaus“ heißt es in diesem Jahr bei der Laienspielgruppe „Salz und Pfeffer“ der Kolpingsfamilie Vorst. Die Proben laufen auf Hochtouren. Das neue Stück verspricht Humor vom Feinsten.

Der Probenraum der Laienspielgruppe „Salz und Pfeffer“ hat sich in das Bestattungshaus Speck ver‐wandelt. Die erste Aufführung von „Chaos im Bestattungshaus“ ist am 24. Oktober in Anrath.

Foto: Norbert Prümen


TÖNISVORST · Im Probenraum der Laienspielgruppe „Salz und Pfeffer“ der Kolpingsfamilie Vorst geht es lebhaft zu. „Was haltet ihr davon, wenn Heinz-Josef ein Schminklätzchen trägt, wenn ich ihn im Bestattungsinstitut schminke?“, fragt Martin Losberg in die Gruppe, in der gerade über einzelne Szenen diskutiert wird, um diesen das gewisse Etwas zu geben, das die Aufführungen der Laienspielgruppe seit Jahren auszeichnet. Ein allgemeines Nicken setzt ein.

Heinz-Josef Köhler sorgt für einen Lacher, indem er bemerkt, er habe daheim noch Kinderlätzchen. Losberg, der die Rolle von Bestatter Gerd Steck spielt, will indes von Köhler wissen, ob er alles an Schminke vertrage. „Ich brauche die doch nicht zu essen, oder?“, kontert Köhler mit einem breiten Grinsen im Gesicht.

Ingrid Kügler, die sich für die Maske verantwortlich zeichnet, bemerkt lachend, dass sie schon die passende Schminke samt Schwämmchen für die Sze-ne habe, in der die angebliche Leiche von Fabrikant Udo Kemp, den Köhler verkörpert, für die Beerdigung präpariert wird. „Ihr denkt an den schnellen Wechsel vom ersten zum zweiten Akt, bei dem Heinz-Josef vom Schlafanzug in den Anzug muss. Wir müssen den Zeitablauf mit dem Schminken testen“, erinnert Christoph Zeletzki, der einen Blick über das aufgebaute Bühnenbild im Probenraum wirft und schon die nächste Anmerkung in petto hat. Der Schreibtisch, der bereits mit einem alten grünen Tastentelefon, Postunterlagen und Laptop bestückt ist, braucht noch weitere Requisiten in Form von Stiftehalter und Brieföffner. „Aber alles darf nicht zu nah am Rand aufgebaut werden, Judith sitzt in einer Szene auf der Schreibtischecke“, sagt Zeletzki, der als Regisseur alles im Blick hat.

Es ist Dienstagabend, die wöchentliche Probe von „Salz und Pfeffer“ ist angelaufen. In diesem Jahr hat sich der Probenraum in das Bestattungshaus Speck verwandelt. „Bestattungshaus Speck – Hier liegen sie richtig“ ist der Schriftzug so hinter dem Schreibtisch zu lesen. Aktenordner und Urnen stehen im Regal. Kaffeemaschine und Tassen gehören zum weiteren Inventar. Der Blick durchs Fenster fällt auf die Kuhstraße in Vorst. Ein bisschen versetzt angeord-net bestimmen eine Liege und ein zur Seite gezogener Vorhang das Bühnenbild im Probenraum. Mit dem Stück „Chaos im Bestattungshaus“ von Winnie Abel bringt die Laienspielgruppe in diesem Jahr eine schwarze Komödie in drei Akten auf die Bühne, bei der die Lachtränen kullern werden.

Udo Kemp inszeniert seine eigene Beerdigung, weil er sich von Ehefrau Roswitha (Maria Jansen) absetzen will – und das mit Geld, das er vorher zur Seite gebracht hat. Bei einer Scheidung würde er nämlich nichts bekommen. Der in finanziellen Problemen steckende Bestatter lässt sich auf das unmoralische Angebot ein. Damit nimmt das Chaos seinen humoristischen Lauf, denn neben Roswitha gibt es auch noch die Geliebte Rita (Andrea Ostermeier), die Gerichts-vollzieherin Anna Steeklüde (Andrea Moll), die gerne mal zu tief ins Glas schaut, sowie Sohn Paul Speck, der hinter Grufti Melanie (Anne Germes) her ist. Nicht zu vergessen Ludwig Heller (Ulrich Leusch), der vielleicht nicht so ganz der treu ergebene Mitarbeiter von Udo Kemp ist, wie der denkt.

Köhler hat derweil, mit dem Textbuch in der Hand, auf der Liege im Bestattungshaus Position bezogen. „Stopp, was machen wir mit dem Vorhang? Ziehen wir die Liege ein Stück nach vorne, um dem Besucher einen besseren Blick zu ermöglichen?“, wirft Zeletzki fragend ein. Eine kurze Überlegung im Team, dann fällt die Entscheidung. Losberg greift zum imaginären Schwämm-chen. „Dann grundieren wir erst mal weiß“, sagt er, was Köhler mit einem „Da hätte ich mir das Solarium sparen können“, quittiert. Mit der quicklebendigen Leiche hat es der Fachmann nicht leicht. Verona Speck (Judith Meyer) und Rita als schluchzende Geliebte kommen hinzu.

Jede Bewegung wird von Zeletzki und den restlichen Schauspielern, die noch auf ihren Einsatz warten, beobachtet. Eingenommene Positionen und Bewegungen werden optimiert, Szenen wiederholt und finden erst ihren Abschluss, als alles für gut befunden wird. „Wir sind noch in der Findungsphase, um das Optimum herauszuholen“, bemerkt Zeletzki, der die vorgenommenen Änderungen ins Textbuch einträgt, damit nichts verloren geht. Bis zum 24. Oktober kann noch gefeilt werden, dann steht die Premiere in Anrath ins Haus.


INFO

Vorverkauf startet im September

Karten Der Verkauf der Eintrittskarten startet am 5. September, 14 bis 16 Uhr, mit dem Hauptverkaufstag beim „Mundwirt – Imbiss und Mehr“, Hauptstraße 10 in Vorst. Danach werden die Eintrittskarten weiterhin beim „Mundwirt“ sowie über die Internetseite www.salz-und-pfeffer-vorst.de verkauft. Der Kartenpreis liegt bei zwölf Euro.

Premiere Die Premiere der Komödie „Chaos im Bestattungshaus“ der Laienspielgruppe „Salz und Pfeffer“ der Kolpingsfamilie Vorst ist am 24. Oktober, 18 Uhr, in der Josefshalle Anrath. Es folgen weitere Aufführungen am 25. Oktober, 16 Uhr (Anrather Josefshalle), 31. Oktober und 1. November, je 18 Uhr (Forum Cornelius‐feld St. Tönis), sowie am 7. November, 18 Uhr und am 8. November, 16 Uhr, im Haus Vorst in Vorst.

 
 
 

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